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Der Regenwurm im Rasenspielfeld – Freund, aber auch Feind

Regenwürmer sind blind, taub, stumm, können nur kriechen und haben noch nicht einmal einen irgendwie besonders geformten Körper. Genau genommen sind sie nur ein Strich in der Landschaft. Aber was für einer! Zum Beispiel produzieren sie Dünger, der zu den besten der Welt gehört.
So heißt es auf der Internet-Startseite des NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

46 verschiedene Arten von Regenwürmern in Deutschland.

Die Regenwürmer (Lumbricidae) sind im Erdboden lebende, gegliederte Würmer aus der Ordnung der Wenigborster (Oligochaeta). Sie gehören innerhalb des Stammes der Ringelwürmer (Annelida) zur Klasse der Gürtelwürmer (Clitellata). In der Schweiz und in Deutschland sind derzeit 46 Arten bekannt.

Auf dem Speiseplan der Regenwürmer: abgestorbenes Pflanzenmaterial.

Die sogenannten Epigäischen Arten wohnen knapp unterhalb der Bodenoberfläche im organisch angereicherten Horizont. Sie leben vorwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Dies entsteht auf dem Sportplatz hauptsächlich durch die Nutzung im Spielbetrieb, sowie auch durch Mährückstände (Schnittgut). Dieses abgestorbene Pflanzenmaterial wird, wenn es verstärkt auftritt, auch Filzschicht oder Rasenfilz genannt. Besonders in der Nacht ziehen Regenwürmer Pflanzenmaterial von der Erdoberfläche in ihre Wohnröhren. Dieses wird bei der Passage durch den Verdauungstrakt zu Kothumus verarbeitet und in kleinen Haufen meist an den Öffnungen der Gänge ausgeschieden. 

Spielabsage wegen Regenwurmbefall?

Auf dem Rasenplatz hat das teilweise große Nachteile. Zwar wird durch das Graben der Boden durchmischt, gelockert und damit das Eindringen von Regenwasser erleichtert. Doch die Ausscheidungen erzeugen in Verbindung mit Feuchtigkeit eine schmierige Schicht, welche im Spielbetrieb sogar gefährlich werden kann und daher bis zur Spielabsage führen kann. Zudem leidet die Ebenflächigkeit durch die  „Regenwurmhaufen“ besonders im Herbst, in milden Wintern und im Frühjahr.

Was tun? Vorbeugen und Symptome abschwächen!

Die Symptome können durch Besandung und Oberflächenbehandlungen, wie abschleppen und auch vertikutieren vermindert werden. Der Sand magert die humosen Hinterlassenschaften ab und das Abschleppen bzw. vertikutieren verteilt diese gleichmäßig. Die Ebenflächigkeit wird wieder hergestellt. Außerdem macht der Sand den Lebensraum des Regenwurms „unwohnlich“. Beim Vertikutieren wird zudem unnötiges Pflanzenmaterial entfernt und steht somit dem Wurm nicht mehr zur Verfügung. Diese Maßnahmen sind aber nur bei entsprechender Trockenheit wirksam. Außerdem sollte man darüber nachdenken, den Rasenschnitt öfter zu entfernen, sofern dies noch nicht geschieht.

Nasser Platz = hohe Regenwurmaktivität?

Der Regenwurm bevorzugt feuchten Boden. Darum bitte nur bei Bedarf beregnen, dafür aber mit ca. 15-20 l Wasser je m², damit der Platz nicht so schnell wieder beregnet werden muss. So werden auch die tieferen Schichten der Rasentragschicht durchfeuchtet. Wenn nun der Platz in den oberen Schichten wieder abtrocknet, steht den Gräserwurzeln in den tieferen Schichten noch genügend Feuchtigkeit zur Verfügung. Dies hat auch den Vorteil, dass die Durchwurzelung der Gräser weiter nach unten wandert, und somit die Scherfestigkeit der Grasnarbe verbessert wird. Auch steht bei Trockenperioden mehr Wurzelvolumen zur Wasseraufnahme zur Verfügung.

Weitere interessante Beiträge:

Warum man auch mal im Spätsommer oder Herbst Sand ausbringen sollte, erfahren Sie hier: Artikel Herbstbesandung von Sebastian Leitner

Richtig beregnen: Artikel "So beregnen Sie Ihre Sportflächen richtig"

Was tun bei nassem Rasenplatz: Artikel zum Entwässern bestehender Rasenplätze

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