Sportplatzbau
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Besandung von Rasensportplätzen

Wertvolle Erhaltungsmaßnahme

Sportrasen ist noch immer der Top-Belag für Fußballspiele. Doch im Laufe der Jahre können sich die idealen Eigenschaften des Rasenplatzes verändern und in Abhängigkeit zu Nutzung und Pflegeintensität verschlechtern. Korrekt hergestellt und gepflegt sind Sportrasenflächen robust und gleichmäßig, stark wasserdurchlässig und dennoch scherfest und hoch belastbar. Bei mangelhafter und vernachlässigter Pflege drohen dagegen neben Staunässe und Unebenheiten auch eine geringe Widerstandskraft und mangelhafte Optik. In der Rasenpflege ist das Besanden eine der wichtigsten Maßnahmen zum Erhalt der hervorragenden Eigenschaften des Sportrasens.

Um die negativen Folgen von Nutzung und Alterung der Rasentragschicht abzumildern und die Eigenschaften der Rasentragschicht zu erhalten bzw. zu optimieren, ist die regelmäßige Besandung der Rasenfläche eine sinnvolle Pflegemaßnahme. So lässt sich z.B. die Durchlässigkeit für Wasser und Luft im Boden erhöhen oder auch eine aufgebaute, wasserundurchlässige Filzschicht an der Oberfläche abmagern. Weiterhin können durch eine Besandung Unebenheiten ausgeglichen werden.

Warum verwendet man Sand in der Rasenpflege und welcher Sand ist geeignet?

Sand ist auf fast allen Rasenplätzen ideal dazu geeignet, kleinere Unebenheiten auszugleichen. Vertiefungen und Schäden in der Fläche werden damit ganz einfach „aufgefüllt“. Ein Sand ist grundsätzlich dann geeignet, wenn er in ähnlicher Form in der vorhandenen Rasentragschicht enthalten ist oder seine Eigenschaften zum vorhandenen Boden passen. Der Sand ist außerdem nur dann geeignet, wenn er auch wasserdurchlässig und verschleißfest ist. Erfüllt
ein Sand diese speziellen Anforderungen, trägt er zum Erhalt der sportfunktionellen Eigenschaften des Rasenspielfeldes bei. Da der Sand als mineralischer Anteil einem zunehmenden organischen Feinanteil (welcher kaum wasserdurchlässig ist) entgegenwirkt, verbessert die Sandgabe die Eigenschaften des Spielfeldes.

Es kommt also darauf an, dass man geeigneten Sand auswählt. Man spricht dabei häufig von „gewaschenem Sand“, „Sand 0-2“ oder auch „Sand 0-4“. Die Zahlen geben die Korngröße in mm an. Also von 0 bis 2 oder 0 bis 4 mm. Durch das Waschen werden feine Ton- und Schluffanteile im Sand entfernt bzw. herausgewaschen, wodurch nahezu keine „Nullanteile“ im Sand vorhanden sind und dieser wasserdurchlässig wird. Der Sand sollte weiterhin pH-Wert-neutral sein und einen hohen Anteil an Fein- und Mittelsand besitzen, eben zwischen etwa 0,5 bis 2,0 mm Korngröße.

Wie bringt man den Sand aus und welche Mengen werden verwendet?

besandung rasensportplaetze 02 beladen sandausbringung

Den Sand trägt man am besten mit rasenbereiften Dosierstreuern gleichmäßig auf die Sportrasenfläche auf. Je nach Zustand des Platzes wird entweder die gesamte Fläche oder auch nur ein Teilbereich bearbeitet, z.B. die Mittelachse oder eben in den Bereichen, die zu bearbeiten sind. Grundsätzlich ist folgendes zu beachten: je mehr Sand eingearbeitet werden soll, umso länger ist der Platz danach nicht bespielbar. 25 bis 50 Tonnen Sand pro Platz – die Platzgröße nehmen wir hier mit ca. 7000 qm an - können häufig auch ohne zusätzliche Bodenbearbeitung ausgebracht werden. Diese Menge/Maßnahme dient dann dem Erhalt der Ebenheit, der Stabilisierung der Oberfläche und wirkt der zunehmenden organischen Substanz entgegen.  Wird der Sand zusätzlich durch ein Aerifizieren oder Tiefenlockerung eingearbeitet, können auch 75 bis 115 Tonnen Sand pro Spielfeld ausgebracht werden. Siehe Tabelle 1.

Wann kann ein Sportplatz besandet werden?

Die Maßnahme kann in unserer Region während der gesamten Vegetationsperiode von etwa April bis Ende September durchgeführt werden. Obwohl in der professionellen Rasenpflege alle Fahrzeuge über Rasenbereifung verfügen, gilt es zu beachten, dass die zu bearbeitenden Flächen befahrbar sind. Ein Sommer wie 2021 stellt daher aufgrund der regelmäßigen Niederschläge eine gewisse Herausforderung für die Planung und Durchführung solcher Maßnahmen dar. Die Besandung mit größeren Mengen ist wegen nachfolgender längerer Sperrzeiten am sinnvollsten für die spielfreie Zeit einzuplanen. Die gezielte Besandung als Maßnahme gegen z.B. Regenwurmlosung kann auch im Herbst eine gute Alternative sein.

Was sind die Vorteile einer Sandgabe im Herbst?

Der Sand verhindert gerade im Herbst die Bildung einer oberflächigen „Schmierschicht“, einer Schicht aus abgestorbenem Pflanzenmaterial, Regenwurmlosung und Feinanteilen aus der Rasentragschicht. Dazu sollten vor der Sandgabe ggf. bedarfsgerechte Maßnahmen zum Filzabbau (Striegeln, Verticutieren) erfolgen. Bei hoher Regenwurmaktivität wird der Sand teilweise schon auf natürlichem Wege eingearbeitet, was durchaus hilfreich sein kann. Die Regenwurmlosung wird dadurch in gewisser Weise abgemagert und kann später in der weiteren Bearbeitung besser zerrieben werden. Soll neben einer Besandung auch eine Nachsaat erfolgen, so eignet sich der Herbst auch wegen der günstigen Keimbedingungen.

Sandmenge

Als letztes Kriterium für eine erfolgreiche Besandungsmaßnahme ist die auszubringende Sandmenge wichtig. Die richtigen Sandmengen in Abhängigkeit der durchzuführenden Maßnahmen-Kombination entnehmen sie folgender Übersicht:

Bearbeitungsmaßnahmen

l/m²

m³/Platz
(7.000 m²)
t/Platz
(7.000 m²)
Vertikutieren /Striegeln 2 - 3 14 - 21 25 - 35
Aerifizieren 4 - 6 28 - 42 45 - 70
Tiefenlockerung 6 -10 42 - 70 70 - 115
Umfangreiche Renovation
> 10 > 70 > 115

Tab.: Richtwerte Sandmengen bezogen auf Bearbeitung nach Volumen und Gewicht.

Fazit

Bei der korrekten Auswahl des Sandes und der Menge ist die Besandung grundsätzlich sehr positiv. Richtig eingesetzt trägt die Maßnahme dazu bei, die Qualität des Spielfeldes zu erhalten. Wichtig ist die exakte Bedarfsanalyse: dabei wird festgestellt, welcher Sand und welche Menge benötigt wird und ob eine bodenmechanische Bearbeitung wie z.B. eine Tiefenlockerung in Verbindung mit der Sandgabe erfolgen sollte. Die INTERGREEN-Fachbetriebe stehen Ihnen
rund um die perfekte Rasenpflege zur Seite!

Autor: Dipl.-Ing. Sebastian Leitner,
Bereichsleiter Sportplatzbau